Aufforstung in Indonesien

Die immerfeuchten Tropen bieten weltweit die besten Bedingungen für Aufforstungsprojekte, weil die Bäume unabhängig von Jahreszeiten durchgehend wachsen. Da weite Teile des indonesischen Regenwalds für landwirtschaftliche Nutzung gerodet wurden, ist das Potential für Aufforstung groß.

Die Herausforderung ist es, gleichzeitig die Ursache für die Rodungen zu bekämpfen, um weitere Eingriffe in den Primärregenwald zu verhindern.

Die Probleme an der Wurzel packen

Das Projekt

Auf Borneo wurden große Teile des ursprünglichen Regenwalds zugunsten der Landwirtschaft gerodet. Die Böden verlieren im Anschluss allerdings sehr schnell ihre Fruchtbarkeit. Solange der Ressourcenbedarf der lokalen Bevölkerung nicht gestillt ist, ist die weitere Abholzung noch bestehender Urwälder vorprogrammiert. Das Projekt zielt daher auf eine dauerhafte Aufforstung von degradierten ehemaligen Regenwaldgebieten. Verschiedene kombinierte Anbauarten führen zurück zu einer wirtschaftlichen Rentabilität der Flächen, während gleichzeitig neuer Wald entsteht.

  • 2.500 Bäume
  • ca. 2,5 Hektar
  • Pflanzung Winter 2020/21
  • voraussichtliche Kompensationsleistung: 442,5 t CO2 in 10 Jahren

© by Fairventures Wordwide gGmbH

Das Konzept

In enger Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung wurde ein intelligentes Agroforstkonzept entwickelt:

  • Pionierbäume

    Angepflanzt werden schnellwachsenden Baumarten, die bereits 7-10 Jahre später als Nutzholz entnommen werden können. Verwendet werden sie zu 100% im Innenausbau und als Möbelholz. Fairventures Worldwide hat diesen Markt für Leichthölzer vor Ort erst etabliert.

  • Nahrungspflanzen

    Von Beginn an werden Zwischenfrüchte gepflanzt für ein schnelles und konstantes Einkommen der Bevölkerung. Dabei kommen vor allem Erdnüsse und Kakao zum Einsatz. Die Pflanzen profitieren dabei vom schützenden Blätterdach der Pionierbäume.

  • Regenerative Landwirtschaft

    Durch Auswahl spezieller Nutzpflanzen sowie hohe Vielfalt entsteht ein Ökosystem, das über die 10 Jahre hinaus Bestand hat. Es erhebt nicht den Anspruch, mit dem ursprünglichen Habitat vergleichbar zu sein, sondern ist ein biodiverser Agroforst.

Projektpartner

Fairventures verbindet ökonomische mit ökologischen Modellen. Auf dem Projektgebiet wurden seit 2014 beinahe 1 Mio. Bäume gepflanzt und mehr als 1.100 Bauern erreicht.

Diese schnellwachsenden Baumarten werden als Pionierbäume eingesetzt.
Sie ersetzen schnell die Deckschicht und ermöglichen es anderen Pflanzen, sich gegen den Grasbewuchs durchzusetzen.

Akazie

Lateinischer Name
Acacia magium

Herkunft
Australien, Indonesien, Papua-Neuguinea

Ökologie
Wächst in tropischen Tieflandregionen. Benötigt Licht. Kann auf trockenen oder teils feuchten Böden Wachsen. Anfällig für Schatten.

Maximale Höhe
25-35 m

Maximaler Durchmesser
40 cm

Dichte
515 kg/m3

Holzcharakteristika
Mittelbraun, hart, kräftig, haltbar

Nutzung
Fixiert Stickstoff im Boden. Schattenbäume für Zwischenfrüchte. Wind- und Feuerbarriere. Holz für (Außen-)Möbel und Bau.

Sonstiges
Der Gattungsname Akazie kommt vom griechischen „akis“, was Spitze oder Stachel bedeutet.

Sengon

Lateinischer Name
Falcataria moluccana

Herkunft
Molukken, Neuguinea

Ökologie
Wächst in sekundären Flachlandregenwäldern und grasigen Ebenen. Gedeiht auf schlechten Böden mit mäßiger Wasserzufuhr. Anfällig für Feuer, Schatten, starken Wind, feuchte Böden und lange Trockenperioden.

Maximale Höhe
40 m

Maximaler Durchmesser
100 cm

Dichte
280 kg/m3

Holzcharakteristika
Hellbraun-beige, weich mit langen Fasern

Nutzung
Fixiert Stickstoff im Boden. Schattenbäume für Zwischenfrüchte. Holz für Möbel und Bau.

Sonstiges
Als schnellstwachsender Baum der Welt im Guinnesbuch der Rekorde verzeichnet. Wächst an optimalen Standorten bis zu 7 m pro Jahr.

Weißer Jabon

Lateinischer Name
Anthocephalus cadamba

Herkunft
Australien, China und Südostasien

Ökologie
Wächst auf feuchtem Boden, oft in Sekundärwältern entlang Flussläufen und in den Randzonen von Feuchtgebieten. Anfällig für Unkraut, Frost, Trockenheit und Vernässung der Böden.

Maximale Höhe
45 m

Maximaler Durchmesser
160 cm

Dichte
425 kg/m3

Holzcharakteristika
Weiß mit leichtem Gelbeinschlag. Einfach zu verarbeiten. Ohne korrekte Behandlung nicht besonders haltbar.

Nutzung
Schattenbäume für Zwischenfrüchte. Holz für Möbel und Bau. Rinde als fiebersenkendes Arzneimittel.

Sonstiges
In Indien, Java und Malaysia religiös und kulturell hochgeschätzt. Im Hinduismus oft im Zusammenhang mit Krishna erwähnt. Die frischen Blätter werden manchmal als Servietten oder Teller verwendet.